Nobelpreis für Physiologie oder Medizin: Wachposten des Immunsystems

Man könnte schon fast von einer Ironie des Schicksals sprechen, denn Steinmans wissenschaftliche Arbeit legte den Grundstein für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs und andere Krankheiten. Der Forscher von der Rockefeller University in New York entdeckte 1973 neue bedeutende Mitspieler der Immunabwehr. Auf Grund ihrer verästelten Fortsätze nannte er sie dendritische Zellen, von dendron, dem griechischen Wort für Baum. Diese Zellen sind heute Hoffnungsträger für die Behandlung bestimmter Tumorerkrankungen (siehe Spektrum der Wissenschaft 4/2003, S. 38; www.spektrum.de/artikel/829680). Steinman selbst, so hieß es in einer Pressemitteilung der Rockefeller University, habe im Selbstversuch seinen Bauchspeicheldrüsenkrebs unter anderem mit Hilfe dieser dendritischen Zellen behandelt. Und tatsächlich lebte er deutlich länger, als es nach seiner Diagnose zu erwarten war. Ob der Forscher dies der speziellen Therapie verdankte, lässt sich freilich kaum beweisen, war er doch der einzige Proband bei diesem Experiment...
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