Lexikon der Biologie: Efeugewächse
Efeugewächse, Araliaceae, Familie der Umbellales, deren 55 Gattungen und 700 Arten vor allem in tropischen Wäldern, einige Vertreter aber auch in den gemäßigten Zonen beheimatet sind. Fossile Funde aus dem Tertiär zeigen, daß diese Familie auf der Nordhalbkugel zu jener Zeit weit und artenreicher verbreitet war. Die Holzgewächse, Kräuter oder Lianen haben zusammengesetzte oder gelappte Blätter, die meist kleinen Blüten mit stark reduziertem Kelch stehen in Dolden; unterständige Fruchtknoten, aus dem sich eine Beere oder Steinfrucht entwickelt. Aus der Gattung Hedera (Efeu) stammt der einzige heimische Vertreter der Familie, Hedera helix, von dem es zahlreiche Unterarten und züchterisch bearbeitete Sorten gibt. Panax ginseng (syn. Panax pseudoginseng, Panax schinseng), der berühmte Ginseng, ist eine aus Nordostchina und Korea stammende uralte Heilpflanze, der in der traditionellen chinesischen Medizin eine lebensverlängernde, aphrodisierende und magenstärkende Wirkung zugeschrieben wird. Verwendet wird die aromatisch duftende und oft menschenähnlich geformte Wurzel. Mehr als 10 Jahre andauernde wissenschaftliche Untersuchungen konnten 1998 zeigen, daß durch den monatlich einmaligen Konsum von Ginseng das Krebsrisiko (besonders für Magen- und Lungenkrebs) um 50% gesenkt werden kann; bei jährlich ein- bis dreimaliger Einnahme sinkt das Risiko bereits um 30%. Dabei besitzt frischer Ginseng eine höhere Wirksamkeit als Präparate aus der getrockneten Wurzel. Andere Studien konnten eine allgemeine Anregung des Protein- und Nucleinsäure-Stoffwechsels nachweisen. Die Wildbestände des Ginseng (Ussurigebiet, Mandschurei, Korea) sind durch Übersammeln stark dezimiert. Durch Ersatzpflanzen, vor allem Sibirischen Ginseng (Eleutherococcus senticosus, Nordostasien) und Amerikanischen Ginseng (Panax quinquefolium, Nord- und Ostamerika), wird die weltweite Nachfrage zum Teil aus Wildbeständen gedeckt, zum Teil durch Anbau (auch von Panax ginseng selber). Bei den die Vitalität steigernden Wirkstoffen handelt es sich bei Ginseng um Triterpenglykoside (Ginsenoside, die sich von Protopanaxadiol (-triol) ableiten; weitere Inhaltsstoffe sind Saponine) und bei Eleutherococcus um Phenol- und Cumarinderivate. Zu der rund 40 Arten umfassenden Gattung Aralie (Aralia, in Süd- und Ostasien sowie Amerika) gehören neben einigen Stauden vor allem Sträucher und kleine Bäume, von denen manche wegen ihrer schönen handförmigen Blätter als Zierpflanzen bzw. schnellwüchsige Zimmerpflanzen gezogen werden. Der Japanische Angelikabaum (Aralia elata) ist ein dekorativer, bis zu 10 m hoher Strauch oder Baum mit stacheligen Stämmen, großen, doppelt gefiederten, unterseits behaarten Blättern und zahlreichen kleinen, cremefarbenen Blüten in bis zu 60 cm breiten Rispen. Von ihm gibt es verschiedene Kultursorten mit weiß oder gelb gezeichneten Blättern. Aralia cordata wird in Japan wegen der eßbaren Jungsprosse kultiviert. Die aus Japan stammende, bis 6 m hohe, immergrüne Zimmeraralie mit ihren großen, glänzend dunkelgrünen, handförmig gelappten Blättern wird heute der Gattung Fatsia zugerechnet (Fatsia japonica, syn. Aralia japonica, in japanischen Lorbeerwäldern; ä vgl. Abb. und Asien V ). Sie ist eine beliebte Garten- oder (in kühleren Regionen) Zimmerpflanze. Der Hybrid von Fatsia japonica und Hedera helix, Fatshedera (Bastardaralie, Efeuaralie), ist eine anspruchslose, schnellwachsende und dekorative Blattpflanze mit langstieligen, meist 5-lappigen Blättern. Die Art läßt sich im Sommer mit Hilfe von Stecklingen leicht vermehren. Die in Neukaledonien heimische Fingeraralie (Schefflera elegantissima, syn. Dizygotheca elegantissima) besitzt handförmig gefiederte Blätter, die aus sehr schmalen, am Rande gezähnten Einzelblättchen bestehen. Aus Australien stammt die Strahlenaralie (Schefflera actinophylla, syn. Brassaia actinophylla), mit großen, handförmigen, aus 7–15 länglich-ovalen Fiedern zusammengesetzten, olivgrünen Blättern. Aus der Gattung Cussonia (Kohlbaum) wird die gewöhnlich einstämmige und bis 5 m hohe Cussonia spicata (Gestielte Kohlpalme) als Kübelpflanze gezogen. Tetrapanax papyriferum (Südchina, Taiwan) ist ein kleiner Baum, aus dessen spiralig geschnittenem Mark durch Pressen das sog. chinesische Reispapier hergestellt wird; dieses ist also kein Faserpapier.
Y.S./N.D./A.Se.
Efeugewächse Die Zimmeraralie (Fatsia japonica) ist, wie auch verschiedene andere Efeugewächse (z. B. Efeu), aufgrund ihres Saponingehalts giftig. Wegen ihrer hübschen Blätter werden auch die immergrünen Sträucher und Bäume der in Asien und Australien bzw. Neuseeland heimischen Gattungen Polyscias und Pseudopanax (syn. Neopanax) in Gärten kultiviert; manche Formen eignen sich sogar als Kübel- oder Zimmerpflanzen. |
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