Bronzezeit: Liman Tepe – Trojas unbekannte Schwester

Plötzlich hält Votruba inne. Steckt dort zwischen den Steinen der Hafenmauer etwa eine Scherbe? Vorsichtig schwimmt sie näher, vertreibt einen Fisch und versucht, das Objekt im trüben Wasser genauer zu betrachten. Stein oder Scherbe? Im letzteren Fall wäre es wunderbar, das Ornament eines Kraken zu entdecken, das einem Stempel "made in Mykene" gleichkäme. Keramik von der anderen Seite der Ägäis würde der türkischen Archäologin gut ins Konzept passen, denn sie schreibt ihre Doktorarbeit über die Handelsbeziehungen zwischen Liman Tepe und dem mykenischen Griechenland.
Bevor sie sich daranmachen kann, das fragliche Objekt genau zu kartieren und seinen Fundzusammenhang zu dokumentieren, geschweige denn es zu bergen, mahnt der Druckmesser zum Aufstieg, der Luftvorrat wäre andernfalls zu knapp, um noch auf fünf Metern den dreiminütigen Sicherheitsstopp einzulegen. Die Unterwasserarchäologin ist Mitarbeiterin des Izmir Region Excavations and Research Project (IRERP) der Universität Ankara...
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