Direkt zum Inhalt

Psychische Störungen: »Offenheit hilft, den Teufelskreis zu durchbrechen«

Als Kind hatte es Stephen Hinshaw mit einem »merkwürdigen« Vater zu tun, der manchmal monatelang ohne Erklärung verschwand. Heute sieht es der Psychologieprofessor als seine Lebensaufgabe an, psychische Erkrankungen zu erforschen und die Last der Stigmatisierung abzubauen.
Stephen P. Hinshaw

Herr Professor Hinshaw, warum werden gerade psychische Erkrankungen so sehr stigmatisiert?

Andere Krankheiten kann man objektiver diagnostizieren. Ärzte können es etwa hören, falls das Herz zu schnell schlägt, oder sehen, dass sich Zellen rasant vermehren, wenn jemand Krebs hat. Die einzige Möglichkeit, etwas über psychische Störungen zu erfahren, ist jedoch noch immer durch Interviews, Fragebögen und Erfahrungsberichte der Patienten. Aber genau dieses subjektive Erleben ist bei den Betroffenen beeinträchtigt. Wir beginnen durch Hirnscans und genetische Studien gerade erst zu verstehen, dass die Psyche und unser Gehirn auf die gleiche Art angegriffen werden können wie das Herz oder die Niere …

Kennen Sie schon …

Spektrum Dossier – Hirnerkrankungen auf der Spur – Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Therapien

Demenz, Angststörungen, Misophonie: Immer besser verstehen Forschende, welche Prozesse im Gehirn Krankheiten auslösen. Neue Erkenntnisse eröffnen Chancen für gezieltere Diagnosen und wirksamere Therapien.

Spektrum Psychologie – Sinn im Leben – Wie er uns stärkt und wir ihn finden

Wer ein Warum hat, der erträgt fast jedes Wie. In dieser Ausgabe von »Spektrum Psychologie« erklärt Eva Asselmann, warum Sinn stärkt und wie man ihn findet. Plus: wie Jahreszeiten das Denken prägen, wann Perfektionismus krank macht, wie Kindheitsfreunde den Bindungsstil formen und mehr. Jetzt lesen!

Spektrum - Die Woche – »Mit Sirenen verändern wir den Wasserstand nicht«

Die Flut an Rhein und Ahr vor 5 Jahren war eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Nachkriegsgeschichte. Was haben wir daraus gelernt und gibt es heute gute Schutzmaßnahmen? Plus: Warum verbittern manche Menschen im Alter, während andere gelassen und milde werden? Antworten in der neuen »Woche«.

  • Literaturtipp und Quellen

Literaturtipp

Stephen P. Hinshaw: Eine andere Art von Wahnsinn: Vom langen Schweigen und Hoffen einer Familie. Psychiatrie, 2019

Ein Psychologieprofessor bricht das Schweigen über seinen psychisch kranken Vater – und wirbt für Toleranz und Offenheit.

Quellen

Hinshaw, S. P., Stier, A.: Stigma as related to mental disorders. Annual Review of Clinical Psychology 4, 2008

Martinez, A. G., Hinshaw, S. P.: Mental health stigma: theory, developmental issues, and research priorities. In: Cicchetti, D. (Hg.): Developmental psychopathology: risk, resilience, and interventions. Wiley, 2016, S. 997–1039

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.