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Astronomie und Praxis: Radioastronomie: Vom Garten in die Galaxis

Dass ein kleiner Sat-TV-Spiegel die Radiostrahlung der Sonne ­nachweisen kann, ist vielen bekannt. Wenige hingegen wissen, dass es möglich ist, damit in die Tiefen unserer Galaxis zu blicken – und dies ist nicht schwierig: Mit einem haushaltsüblichen Gegenstand konnte ein ­Amateurastronom den Empfangskopf einer Antenne so ­modifizieren, dass sie die Strahlung des neutralen Wasserstoffs ­unseres Milchstraßensystems registriert.
Mit einer modifizierten TV-Satellitenantenne empfängt  Johannes Ebersberger nicht nur die Radiostrahlung der Sonne und des Mondes, sondern auch die des Milchstraßen­systems.

Mit der Radioastronomie eröffnet sich Sternfreunden eine neue Dimension ihres Hobbys, denn sie können den Kosmos in einem anderen als dem gewohnten optischen Spektralbereich erkunden. Zudem sind sie nicht auf die Nachtstunden angewiesen, sondern können auch bei Tag beobachten – denn die für uns Erdenbewohner stärkste Quelle kosmischer Radiostrahlung ist die Sonne. Ein weiterer vertrauter Himmelskörper lässt sich ebenfalls im Bereich der Radiowellen nachweisen: unser Mond. Und wir können sogar noch tiefer in den Kosmos vordringen, denn der in unserem Milchstraßensystem verteilte Wasserstoff sendet bei der Wellenlänge von 21 Zentimetern eine charakteristische Radiostrahlung aus.

Ein Studium der Hochfrequenztechnik oder eine Ausbildung zum Funkamateur ist für solche Beobachtungen nicht nötig. Es genügen elementare Elektronikkenntnisse und einige kostengünstige Komponenten aus dem Fachhandel: eine Parabolantenne für den Empfang von Satellitenfernsehen, ein 75-Ohm-Koaxialkabel, ein Sat-Finder, eine Stromeinspeiseweiche und ein Empfangskopf mit Vorverstärker (englisch: Low Noise Block, LNB). Damit lässt sich ein einfaches Radioteleskop zusammensetzen. Die Gesamtkosten einer solchen Anlage belaufen sich auf nur rund 50 Euro – eine geringe Investition, die bereits aufregende Erfahrungen in der Radioastro­nomie erlaubt ...

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Eine kleine Gruppe von Himmelsobjekten sorgt für Rätselraten unter Fachleuten: Obwohl die Brocken keinen Schweif aus Gas und Staub aufweisen, bewegen sie sich wie Kometen. Was treibt diese Dunklen Kometen an? Könnten sie sogar Hinweise auf den Ursprung des Wassers auf der Erde liefern? Weitere Themen in dieser Ausgabe: Die Ökologin Katja Tielbörger und der Molekularbiologe Detlef Weigel diskutieren darüber, wie ein Kompromiss zur Neuregelung der Grünen Gentechnik aussehen könnte. Sie sind sich einig: Man muss das gesamte System betrachten. Angesichts des Internationalen Jahres der Quantenphysik gehen wir der Frage nach, warum selbst Physiker die Quantenmechanik nicht verstehen – und was ihre Formeln über die Wirklichkeit aussagen. Außerdem stellen wir Ihnen vor, was Mikrofossilien über die Zeitgenossen der Dinosaurier verraten, und wir präsentieren Ihnen die Farbenpracht des altägyptischen Tempels von Esna. Fünf Jahre arbeiteten Restauratoren an der Rekonstruktion. Das Ergebnis ist spektakulär.

  • Literaturhinweise

Ewen, H. I., Purcell, E.M.: Observation of a Line in the Galactic Radio Spectrum: Radiation from Galactic Hydrogen at 1,420 Mc./sec. In: Nature 168, S. 356, 1951

Van de Hulst, H. C.: Origin of the Radio Waves from Outer Space. In: Woodruff Turner Sullivan III (Hg.): Classics in Radio Astronomy, S. 302 - 316. D. Reidel Publish­ing Company, Dordrecht 1982

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