Aussterben der Dinosaurier : Das Ende kam vermutlich im Frühling
Vor rund 66 Millionen Jahren kam der Tod aus dem Weltraum. Der Asteroideneinschlag von Chicxulub beendete sehr wahrscheinlich das Zeitalter der Dinosaurier und löschte zahlreiche weitere Arten aus. Wann genau, war bislang unbekannt. Nun heißt es, ihr Ende fanden die Erdbewohner vermutlich im Frühling der nördlichen Hemisphäre, wie ein Team um die Paläontologin Melanie During im Fachmagazin »Nature« berichtet. Die angeführten Beweise: Fossilien von Fischen, die am letzten Tag des Mesozoikums starben.
Es gilt als wissenschaftlicher Konsens, dass ein Asteroid einst auf der heutigen Halbinsel Yukatan in Mexiko einschlug und zu einem Massenaussterben führte. Auf den Einschlag folgte demnach eine Reihe verheerender Katastrophen, Erdbeben etwa sowie Brände. Und eine riesige Flutwelle, die bis ins heutige North Dakota, USA, gereicht haben soll. Was dort lebte, war binnen kurzer Zeit tot.
Zu den verschütteten Arten gehören unter anderem Löffelstöre. Einige von ihnen wurden dermaßen rasch von Wasser und Sediment überrollt, dass ihre Körper bis heute dreidimensional in den Böden der Ausgrabungsstätte Tanis erhalten sind. Weil sie gewissermaßen in Echtzeit konserviert wurden, sollen die Fossilien es erlauben, den Tag der Katastrophe zu rekonstruieren.
Die versteinerten Tiere haben Trümmer des Einschlags in ihren Kiemen, aber nicht weiter unten im Verdauungssystem, wie eine Röntgen-Mikrocomputertomografie ergab. Das deute auf einen fast sofortigen Tod hin, der auf Grund einer Flutwelle eintrat, schreiben During und ihre Kollegen.
Die Fossilien waren zudem von Wachstumsmustern gezeichnet, die Hinweise auf die damaligen jahreszeitliche Veränderungen liefern. Man geht davon aus, dass es während des letzten Zeitalters der Kreidezeit, dem Maastrichtium, im heutigen North Dakota vier Jahreszeiten gab. Tanis befand sich damals auf etwa 50 Grad Nord und »erlebte deutliche Niederschläge und saisonale Temperaturen«, wie es in der Studie heißt. »Die regionalen Lufttemperaturen reichten von 4 bis 6 Grad Celsius im Winter bis zu einem Durchschnitt von etwa 19 Grad Celsius im Sommer.
In Verbindung mit Kohlenstoffisotopendaten würden diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Fische im Frühjahr der nördlichen Hemisphäre starben, berichtet die Gruppe. Stimmt das, hätten sich viele Arten der nördlichen Hemisphäre in einer besonders empfindlichen Phase befunden – schließlich pflanzen sich zahlreiche im Frühjahr fort und ziehen ihre Nachkommen auf, schreibt das Team weiter. Es vermutet daher, dass sich die Ökosysteme der südlichen Hemisphäre bis zu doppelt so schnell erholt haben wie die der nördlichen Hemisphäre.
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