Planetologie: Berge auf Titan
Saturns größter Trabant Titan ist in eine dichte Dunstglocke gehüllt. Lange vermuteten Astronomen darunter vor allem eine durch zahlreiche Einschläge zerklüftete Landschaft. Als die Raumsonde Cassini im Jahr 2006 den Schleier um den Mond lüftete, bot sich jedoch ein Bild fast wie auf der Erde. Die Radaraufnahmen zeigten Strukturen, die wie Flüsse, Seen, Sanddünen und Gebirge aussahen. Auf Titan schien es demnach nicht nur einen Wetterkreislauf zu geben, bei dem Methan die Rolle des Wassers spielen dürfte, sondern auch geologische Aktivität – unter anderem in Form von Eisvulkanismus.
Durch die Analyse des Cassini-Bildmaterials gelang es Astronomen um Jani Radebaugh von der Brigham Young University nun, die Erhebungen zu vermessen. Aus den Licht- und Schattenmustern der Radaraufnahmen schlossen die Forscher auf das Profil der Anhöhen. Die Berge ragen demnach nur bis knapp 2000 Meter empor und haben eine maximale Hangneigung von 37 Grad. Die abgerundete Form der Gipfel und ausgedehnte Schuttflächen am Fuß der Erhebungen zeugen von Erosionsprozessen. Abschätzungen des Volumens der Gebirgszüge, der Erosionsrate und der Menge des abgetragenen Materials lassen auf ein Alter von 20 bis 100 Millionen Jahre schließen.
Aber wie haben sich die Bergrücken gebildet? Radebaugh und ihre Kollegen nennen mehrere Möglichkeiten. Die Erhebungen könnten das Ergebnis plattentektonischer Vorgänge ähnlich denen auf der Erde sein. Oder sie resultierten aus einer Schrumpfung des gesamten Mondes. Vielleicht handelt es sich aber auch um die Reste eines riesigen Plateaus, das durch Erosionsprozesse großenteils abgetragen wurde. Schließlich wäre denkbar, dass Auswurfmaterial von schweren Einschlägen die Berge aufgetürmt hat. Im Unterschied zur Erde bestehen sie aber nicht aus Silikatgestein, sondern höchstwahrscheinlich aus Wassereis.
Christoph Marty
Durch die Analyse des Cassini-Bildmaterials gelang es Astronomen um Jani Radebaugh von der Brigham Young University nun, die Erhebungen zu vermessen. Aus den Licht- und Schattenmustern der Radaraufnahmen schlossen die Forscher auf das Profil der Anhöhen. Die Berge ragen demnach nur bis knapp 2000 Meter empor und haben eine maximale Hangneigung von 37 Grad. Die abgerundete Form der Gipfel und ausgedehnte Schuttflächen am Fuß der Erhebungen zeugen von Erosionsprozessen. Abschätzungen des Volumens der Gebirgszüge, der Erosionsrate und der Menge des abgetragenen Materials lassen auf ein Alter von 20 bis 100 Millionen Jahre schließen.
Aber wie haben sich die Bergrücken gebildet? Radebaugh und ihre Kollegen nennen mehrere Möglichkeiten. Die Erhebungen könnten das Ergebnis plattentektonischer Vorgänge ähnlich denen auf der Erde sein. Oder sie resultierten aus einer Schrumpfung des gesamten Mondes. Vielleicht handelt es sich aber auch um die Reste eines riesigen Plateaus, das durch Erosionsprozesse großenteils abgetragen wurde. Schließlich wäre denkbar, dass Auswurfmaterial von schweren Einschlägen die Berge aufgetürmt hat. Im Unterschied zur Erde bestehen sie aber nicht aus Silikatgestein, sondern höchstwahrscheinlich aus Wassereis.
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