Etrusker: Das erste antike Bild einer Geburt
Es ist vermutlich die früheste Darstellung einer Geburt in Europa – abgebildet auf dem 2600 Jahre alten Bruchstück eines Tongefäßes, das Archäologen an einer etruskischen Fundstätte beim heutigen Poggio Colla nahe Florenz ausgegraben haben.
Das vier mal drei Zentimeter große Keramikstück gehörte ehemals zu einer Vase der typisch etruskischen Bucchero-Tonware, auf der mit einem Stempel die Darstellung der Gebärenden eingedrückt wurde: Tief in der Hocke bringt die Frauengestalt gerade ihr Kind zur Welt, von dem Kopf und Schultern bereits zu erkennen sind.
Für den Archäologen Phil Perkins von der englischen Open University in Milton Keynes war es ein überraschender Fund: "Wir waren erstaunt, solch eine intime Szene zu sehen – etruskische Frauen wurden für gewöhnlich während Festen und Ritualen oder als Göttinnen abgebildet." Vergleichbare Darstellungen finden sich bei Griechen und Römern erst über 500 Jahre später.
Die Forscher förderten im toskanischen Poggio Colla bereits zahlreiche Votivgaben ans Licht und sind sich sicher, dass der etruskische Ort im 7. Jahrhundert v. Chr. zumindest zeitweise ein Heiligtum war. Auf die Verehrung einer Göttin lasse die Fülle an Webgeräten und Goldschmuck schließen, so Perkins. Die neu entdeckte Darstellung einer Geburt würde diese These untermauern.
Zu dieser Zeit bildete Etrurien ein Bund aus zwölf autonomen Stadtstaaten im heutigen Norditalien. 396 v. Chr. eroberten die Römer die erste wichtige etruskische Stadt Veji bei Rom. Nach weiteren heftigen Kämpfen und einem 40-jährigem Waffenstillstand im 4. Jahrhundert v. Chr. nahmen die Römer 264 v. Chr. das mächtige Volsinii (das heutige Orvieto) ein – damit hatten sie Etrurien endgültig unterworfen.
Daniel Koch
Das vier mal drei Zentimeter große Keramikstück gehörte ehemals zu einer Vase der typisch etruskischen Bucchero-Tonware, auf der mit einem Stempel die Darstellung der Gebärenden eingedrückt wurde: Tief in der Hocke bringt die Frauengestalt gerade ihr Kind zur Welt, von dem Kopf und Schultern bereits zu erkennen sind.
Für den Archäologen Phil Perkins von der englischen Open University in Milton Keynes war es ein überraschender Fund: "Wir waren erstaunt, solch eine intime Szene zu sehen – etruskische Frauen wurden für gewöhnlich während Festen und Ritualen oder als Göttinnen abgebildet." Vergleichbare Darstellungen finden sich bei Griechen und Römern erst über 500 Jahre später.
Die Forscher förderten im toskanischen Poggio Colla bereits zahlreiche Votivgaben ans Licht und sind sich sicher, dass der etruskische Ort im 7. Jahrhundert v. Chr. zumindest zeitweise ein Heiligtum war. Auf die Verehrung einer Göttin lasse die Fülle an Webgeräten und Goldschmuck schließen, so Perkins. Die neu entdeckte Darstellung einer Geburt würde diese These untermauern.
Zu dieser Zeit bildete Etrurien ein Bund aus zwölf autonomen Stadtstaaten im heutigen Norditalien. 396 v. Chr. eroberten die Römer die erste wichtige etruskische Stadt Veji bei Rom. Nach weiteren heftigen Kämpfen und einem 40-jährigem Waffenstillstand im 4. Jahrhundert v. Chr. nahmen die Römer 264 v. Chr. das mächtige Volsinii (das heutige Orvieto) ein – damit hatten sie Etrurien endgültig unterworfen.
Daniel Koch
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