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Paläontologie: Käfer nascht an Dinosaurierknochen

Schon als Student wunderte sich Brooks Pitt über angenagte Stellen an Dinosauerierknochen. Nun als Professor an der Brigham Young University in Provo (Utah) ist er diesem Rätsel auf den Grund gegangen. Zusammen mit seiner Doktorandin Anne Dangerfield nahm er die Nagespuren am 148 Millionen Jahre alten Skelett eines pflanzenfressenden Camptosaurus mit dem Elektronenmikroskop unter die Lupe – und fand heraus, dass sie von Speckkäfern (Dermestidae) stammen, einer auch heute noch verbreiteten Familie bräunlicher bis schwarzer Insekten. Nachdem die Weichteile der Dinosaurier-Kadaver von Aasfressern verzehrt und verwest waren, machten sich Larven der Käfer mit ihren harten Mundwerkzeugen über die Knochen her und hinterließen charakteristische Doppelriefen.

Die Entdeckung bestätigt eindrucksvoll, dass es im Jura auf der Erde wesentlich wärmer und feuchter war als heute. Speckkäfer bevorzugen eine Luftfeuchte von 60 bis 80 Prozent und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Am Fundort des Fossils in Medicine Bow (Wyoming) ist es heute im Jahresdurchschnitt nur 6,5 Grad warm. Außerdem zeigt die Analyse der US-Forscher, dass die Dermestidae schon wesentlich früher existierten als bisher gedacht. Die ältesten Fossilien der Käfer selbst zählen nur rund 100 Millionen Jahre.

Aber nicht nur Dermestidae taten sich an Dinosaurierknochen gütlich. Das entdeckten die Forscher bei der Inspektion von mehr als 7000 weiteren Skeletten. Sie zeigten Fraßspuren von vielen anderen Insekten wie Faltern, Termiten und Eintagsfliegen. Britt hält sie für eine bisher vernachlässigte Quelle von Informationen über die Paläontologie dieser Tiere.

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