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Klimawandel: Marine Hitzewelle sorgt für großes Fischsterben

Der Südsommer 2025 bringt außergewöhnlich warmes Wasser vor Westaustraliens Küste. Die Folgen sind verheerend – und eine Ausweitung wird befürchtet.
Unterwasseraufnahme eines Korallenriffs mit einer ausgebleichten, weißen, verzweigten Koralle im Zentrum, umgeben von verschiedenen Korallenarten in Blau- und Grüntönen. Im Hintergrund schwimmen kleine Fische im klaren, blauen Wasser. Die Szene ist symptomatisch für Korallenriffe im Hitzestress.
Hitzewellen in den Ozeanen mehren sich seit der Jahrtausendwende und treffen Korallenriffe hart. Wie hier am Great Barrier Reef können die Korallen dann ausbleichen.

Mit Sorge haben Wissenschaftler ein Massensterben an Fischen vor der nordwestaustralischen Küste bei Karratha registriert: Außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen seit September 2024 breiten sich dort aus und könnten bald bedeutende Korallenriffe und Seegraswiesen der Region erreichen, warnen Sina Pinter, Matt Rayson und Nicole Jones in einem Beitrag auf »The Conversation«. Es sei kein Ende der marinen Hitzewelle in Sicht: der zweiten schweren in diesem Jahrtausend nach 2010/11.

Die durchschnittlichen Wassertemperaturen liegen demnach 3 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel, in der Spitze wurden die Werte an der Wasseroberfläche sogar um 4 bis 5 Grad Celsius übertroffen. Das setzt viele Wasserlebewesen unter starken physiologischen Stress. Als erste Folge sind bereits zehntausende Fische tot an der Küste angeschwemmt worden. Messungen mit Hilfe von Tauchrobotern zeigen, dass außergewöhnlich warmes Wasser bereits bis in eine Tiefe von 200 Metern reicht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Hitzewelle schon seit Monaten anhält, und nach den Prognosen des australischen Bureau of Meteorology dauert sie noch mindestens bis Februar 2025. Pinter und Co befürchten deshalb, dass das aktuelle Ereignis ähnlich schlimm oder schlimmer ausfallen könnte als jenes 2010/11.

Damals lagen die durchschnittlichen Wassertemperaturen 5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel; die Hitzewelle erreichte ihren Höhepunkt im Februar und März. Der Bereich mit zu warmem Wasser erstreckte sich über 2000 Kilometer vor der Küste und vernichtete regional Tangwälder und Seegraswiesen. Tropische Fische breiteten sich in Bereiche aus, wo sie zuvor noch nicht beobachtet wurden, und Korallenriffe bleichten aus. Außerdem musste die Fischerei auf bestimmte Arten gestoppt werden.

Ähnlich wie 2011 herrschen auch 2025 wieder La-Niña-Bedingungen auf der Südhalbkugel. Sie schwächen charakteristische Windsysteme vor der australischen Westküste, während sich der Leeuwin-Strom vor Ort verstärkt. Diese Meeresströmung transportiert dann warmes Wasser südwärts – noch jedoch in geringerem Ausmaß als beim letzten Ereignis.

Prinzipiell mehren sich marine Hitzewellen weltweit seit der Jahrtausendwende. Als ursächlich gilt der Klimawandel, der zunehmend auch die Ozeane betrifft. Sie nehmen große Mengen zusätzlicher Wärmeenergie auf, was sich inzwischen bis in größere Wassertiefen bemerkbar macht.

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