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Anthropologie: Neandertaler wurden nicht Opfer der Eiszeit

Die Frage, weshalb der Neandertaler vor 30 000 bis 24 000 Jahren für immer aus Europa verschwand, hat bis heute niemand zweifelsfrei beantwortet. Anthropologen der University of Leeds konnten jetzt immerhin einen der oft angeführten Gründe ausschließen: die Eiszeit.

Die Forscher berufen sich bei ihrer Einschätzung auf einen Bohrkern aus dem Meeresboden, an dem sie die klimatischen Verhältnisse des kritischen Zeitraums abgelesen haben. Demnach veränderte sich in den letzten Jahrtausenden des Homo neanderthalensis zwar das Klima – es wurde aber nie so kalt, dass die Temperatur die Art hätte auslöschen können. Insbesondere in Gibraltar mit seinen jüngsten Neandertalerfunden müssten die Urmenschen nach Meinung der Anthropologen selbst vor 24 000 Jahren noch unter klimatisch recht angenehmen Bedingungen gelebt haben.

Immerhin könnte die Eiszeit dem Neandertaler indirekt das Leben schwer gemacht haben – nämlich indem sie ihn im ständigen Konkurrenzkampf mit dem Homo sapiens benachteiligte. Der war zu dieser Zeit nach Europa eingewandert und gilt im Rätselraten um das Verschwinden der Neandertaler gleichfalls als großer Favorit.

Josephina Maier

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