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News: Nobelpreis für Literatur geht an Imre Kertész

Der Nobelpreis in Literatur des Jahres 2002 wird an den ungarischen Schriftsteller Imre Kertész "für sein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet" verliehen.

In der Begründung des Nobelpreiskomitees heißt es: "Imre Kertész’ literarisches Werk erforscht die Möglichkeit, noch als Einzelner in einem Zeitalter zu leben und zu denken, in dem die Menschen sich immer vollständiger staatlicher Macht untergeordnet haben. Sein Werk kehrt unablässig zu dem entscheidenden Ereignis in seinem Leben zurück: dem Aufenthalt in Auschwitz, wohin er, als junger Mann, während der Verfolgung der ungarischen Juden durch die Nazis verschleppt wurde. Auschwitz ist für ihn keine Ausnahmeerscheinung, die sich gleich einem fremden Körper ausserhalb der normalen Geschichte des Abendlandes befinden sollte. Es ist die letzte Wahrheit über die Degradierung des Menschen im modernen Dasein."

Der 72-jährige Kertész hatte über seine Zeit in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald den "Roman eines Schicksallosen" geschrieben. Heute lebt der Schriftsteller in Berlin.

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