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Geologie: Später Aufsteiger

Das tibetische Hochland beeinflusst das Klima weit über die eigene Region hinaus. An den Bergketten des Plateaus regnet der Monsunwind seine Feuchtigkeit ab und sorgt in Nordindien jedes Jahr für Hochwasser. Zu welchem Zeitpunkt der Erdgeschichte dieser Kreislauf entstand, ist bis heute nicht endgültig geklärt – die Antwort hängt davon ab, wann die Ebene ihre heutige Höhe erreichte. Bisher ging man davon aus, dass dies vor etwa 35 Millionen Jahren bereits der Fall war.

Mit einer neuen Methode kamen Geowissenschaftler der Pennsylvania State University und der University of Chicago jetzt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Sie verglichen das Verhältnis der Isotope Wasserstoff und Deuterium in sedimentierten Pflanzenlipiden. Diese Relation ist ein indirekter Marker dafür, wie hoch die Ebene zu Lebzeiten der Pflanzen schon war. Die in die Lipide eingebauten Isotope stammen aus Regenwasser. Je weiter oben dieses Wasser entstanden ist, desto weniger Deuterium und desto mehr Wasserstoff enthält der Regen.

Die Geologen werteten zunächst eine 35 Millionen Jahre alte Probe aus dem nördlichen Teil des Plateaus aus. Als die Forscher danach das Isotopenverhältnis in sechs bis acht Millionen Jahre alten Pflanzenlipiden vom gleichen Ort bestimmten, fanden sie einen größeren Wasserstoffanteil – ein Hinweis auf eine höhere Lage der Ebene zu diesem Zeitpunkt. Damit ist klar: Das tibetische Hochland ist nicht an einem Stück aufgestiegen, sondern der Nordteil erreichte erst während der Zeitspanne, die durch die beiden Proben begrenzt wird, seine heutige Höhe.

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