Suchtforschung: Volles Risiko
Wenn Jugendliche sich betrinken, schaden sie der Entwicklung von Herz und Gehirn und erhöhen das Risiko, als Erwachsene alkoholabhängig zu werden. Doch damit nicht genug: Wie Nicholas A. Nasrallah von der University of Washington in Seattle und sein Team nun herausgefunden haben, beeinträchtigt früher Alkoholmissbrauch auch die spätere Entscheidungsfähigkeit und erhöht die Risikobereitschaft im Erwachsenenalter.
Das ergaben Versuche an Ratten. Die Forscher verglichen das Verhalten von Nagern, die als Jungtiere drei Wochen lang große Mengen Alkohol konsumiert hatten, mit solchen, die ohne die Droge aufgewachsen waren. Da sich Ratten nicht freiwillig betrinken, bedurfte es eines Tricks: Die Forscher fütterten sie mit alkoholgetränkter Gelatine.
Als Erwachsene wurden die Tiere dann Entscheidungstests unterzogen. Im hungrigen Zustand konnten sie zwischen zwei Hebeln wählen. Der eine lieferte beim Drücken zuverlässig eine kleine Futterration. Wurde der andere betätigt, gab es dagegen nach dem Zufallsprinzip eine große Portion oder gar nichts.
Das Ergebnis war eindeutig: Während die Ratten mit alkoholfreier Jugend sich überwiegend für die kleine, aber sichere Futterration entschieden, zeigten sich die vorbelasteten Tiere ausgesprochen risikofreudig und bevorzugten das Vabanquespiel um die große Nahrungsmenge.
Aber ist das Ergebnis überhaupt auf den Menschen übertragbar? Dafür spricht eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung von Forschern um Fuat Balci von der Princeton University (New Jersey). Sie hatte bei Menschen und Mäusen ein sehr ähnliches Risikoverhalten demonstriert.
Julia Eder
Das ergaben Versuche an Ratten. Die Forscher verglichen das Verhalten von Nagern, die als Jungtiere drei Wochen lang große Mengen Alkohol konsumiert hatten, mit solchen, die ohne die Droge aufgewachsen waren. Da sich Ratten nicht freiwillig betrinken, bedurfte es eines Tricks: Die Forscher fütterten sie mit alkoholgetränkter Gelatine.
Als Erwachsene wurden die Tiere dann Entscheidungstests unterzogen. Im hungrigen Zustand konnten sie zwischen zwei Hebeln wählen. Der eine lieferte beim Drücken zuverlässig eine kleine Futterration. Wurde der andere betätigt, gab es dagegen nach dem Zufallsprinzip eine große Portion oder gar nichts.
Das Ergebnis war eindeutig: Während die Ratten mit alkoholfreier Jugend sich überwiegend für die kleine, aber sichere Futterration entschieden, zeigten sich die vorbelasteten Tiere ausgesprochen risikofreudig und bevorzugten das Vabanquespiel um die große Nahrungsmenge.
Aber ist das Ergebnis überhaupt auf den Menschen übertragbar? Dafür spricht eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung von Forschern um Fuat Balci von der Princeton University (New Jersey). Sie hatte bei Menschen und Mäusen ein sehr ähnliches Risikoverhalten demonstriert.
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