Diskrete Strukturen konkret erklärt zum Ersten
Diskrete Strukturen – dies ist einer der mathematischen Hauptbestandteile des Informatikstudiums und daher für jeden Informatikstudent von zentraler Bedeutung. Diese zwei Bände widmen sich ausschließlich den mathematischen Aspekten, die für angehende Informatiker wichtig sind: Lange Beweise allgemeiner mathematischer Formeln sucht man vergeblich. Es geht vielmehr um den Umgang mit sogenannten diskreten, also abzählbaren, mathematischen Problemen. Das wird praxisnah und mit informatikrelevanten Fragestellungen angegangen. Der erste Band beginnt mit einem prägnant formuliertem Grundlagen-Kapitel. Positiv in Erinnerung bleiben dabei die Einführung der Landau-Symbole sowie die Darstellung der Kombinatorik. Im zweiten Kapitel, der Zahlentheorie und Arithmetik gewidmet, werden der euklidische Algorithmus, der chinesische Restsatz und der Satz von Fermat sehr ausführlich vorgestellt. Aufgelockert und vertieft wird dieser eigentlich trockene Lehrstoff mit Ausblicken auf den Einsatz des Gelernten z.B. bei den sogenannten CRC-Prüfsummen zur Datenverschlüsselung oder auf allgemeine kryptographische Verfahren. Ganz genau geht die Autorin auf die Analyse von Algorithmen ein, für Informatiker von großer Bedeutung. Zum Schluss wird knapp und etwas oberflächlich auf algebraischen Strukturen eingegangen, ein Thema, dass auch zur Vertiefung der Materie geeignet ist. Unbedingt zu erwähnen sind die Übungsaufgaben zu jedem Kapitel. Deren Lösungen befinden sich zusammen mit klar skizzierten Lösungswegen im Anhang des Buches. Dies ist gerade für Studienliteratur ein wertvoller Pluspunkt und (leider) nicht der Normalzustand. Band 1 vermittelt das mathematische Rüstzeug des Grundstudiums der Informatik kompakt, sehr gut verständlich und mit vielen Beispielen. Auf übermäßig viele mathematische Beweise und Sätze wird bewusst verzichtet. Besonders gefällt mir, dass das Buch den Rahmen nicht zu weit zieht und gar nicht erst versucht wird, die Analysis „mit ins Boot“ zu nehmen. Zusammen mit Band 2 wird dem angehenden Informatiker ein guter Einstieg in das weite Feld der diskreten Strukturen vermittelt.
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