Das Schweigen brechen
Was genau geschieht im Verlauf einer Psychotherapie? Wie baut sich die wichtige Beziehung zwischen dem Therapeuten und seinem Klienten auf? Lösen sich schwer wiegende Probleme allein durch das Reden und sich Begegnen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen eine Psychotherapie begonnen haben. Und vielleicht erst recht welche, die damit noch nichts zu tun hatten.
"Erstaunlich, dass Reden wirklich etwas verändert!", zitiert auch Gertraud Evers einen ihrer Klienten. Die österreichische Psychoanalytikerin, die mit einem Kollegen in einer psychotherapeutischen Praxis in Gießen arbeitet, hat ein Buch geschrieben, das den Leser anhand von vier detaillierten Falldarstellungen an ihrer Arbeit teilhaben lässt. Evers bietet dabei – ähnlich wie der amerikanische Psychotherapeut Irvin D. Yalom in seinen Bestsellern – die Möglichkeit, das Innenleben der Therapeuten kennen zu lernen.
Gesagt, getan – was auch immer Gertraud Evers bei ihrer Arbeit an positiven und negativen Gefühlen, Gedanken, Fantasien und Zweifeln durch Kopf oder Körper ging: Sie beschreibt diese Emotionen eindrucksvoll und zeigt Wege auf, wie ihre Empfindungen für den therapeutischen Prozess nutzbar werden – nicht selten auf Umwegen und verbunden mit Überraschungen. Denn auch Therapeuten können sich nicht immer alles bewusst machen und sich in jeder Situation erklären. Dies müsse jedoch beileibe kein Nachteil sein.
Nun könnte man sich fragen, für wen dieses Buch entstand. Die Autorin lässt durchblicken, dass sie es nicht zuletzt für sich selbst schrieb. Aber sie betont auch: "Was ich als Lernende beinahe vergeblich gesucht habe, will ich mit diesem Buch auf die Beine stellen: die Möglichkeit, einer erfahrenen Therapeutin über die Schulter zu schauen."
Literarische Couch-Geschichten
So erfährt der Leser Interessantes über Patienten, die an Ängsten, Depressionen oder Traumatisierungen durch sexuellen Missbrauch leiden. Er lernt mehr über ihre Geschichte, die therapeutische Arbeit und ihre Zukunft. Gertraud Evers gelingt es schließlich erstaunlich gut, einen mehrjährigen Prozess auf etwa dreißig Seiten zusammenzufassen – auch wenn dabei einiges unklar oder unerwähnt bleibt. Ihre Geschichten sind daher zwangsläufig eher eine literarische Kunstform denn ein getreues Abbild der Wirklichkeit.
Das Fazit: Gertraud Evers’ Buch zeigt nachdrücklich, wie heilsam es ist, das Schweigen zu brechen. Vorausgesetzt der betreuende Therapeut weiß gut zu begleiten. Und man lernt bei Evers unter Umständen nicht nur etwas über Psychoanalyse, Therapeuten und Klienten – sondern dank kleiner, feiner Selbsterfahrungsmomente womöglich auch über sich selbst.
"Erstaunlich, dass Reden wirklich etwas verändert!", zitiert auch Gertraud Evers einen ihrer Klienten. Die österreichische Psychoanalytikerin, die mit einem Kollegen in einer psychotherapeutischen Praxis in Gießen arbeitet, hat ein Buch geschrieben, das den Leser anhand von vier detaillierten Falldarstellungen an ihrer Arbeit teilhaben lässt. Evers bietet dabei – ähnlich wie der amerikanische Psychotherapeut Irvin D. Yalom in seinen Bestsellern – die Möglichkeit, das Innenleben der Therapeuten kennen zu lernen.
Gesagt, getan – was auch immer Gertraud Evers bei ihrer Arbeit an positiven und negativen Gefühlen, Gedanken, Fantasien und Zweifeln durch Kopf oder Körper ging: Sie beschreibt diese Emotionen eindrucksvoll und zeigt Wege auf, wie ihre Empfindungen für den therapeutischen Prozess nutzbar werden – nicht selten auf Umwegen und verbunden mit Überraschungen. Denn auch Therapeuten können sich nicht immer alles bewusst machen und sich in jeder Situation erklären. Dies müsse jedoch beileibe kein Nachteil sein.
Nun könnte man sich fragen, für wen dieses Buch entstand. Die Autorin lässt durchblicken, dass sie es nicht zuletzt für sich selbst schrieb. Aber sie betont auch: "Was ich als Lernende beinahe vergeblich gesucht habe, will ich mit diesem Buch auf die Beine stellen: die Möglichkeit, einer erfahrenen Therapeutin über die Schulter zu schauen."
Literarische Couch-Geschichten
So erfährt der Leser Interessantes über Patienten, die an Ängsten, Depressionen oder Traumatisierungen durch sexuellen Missbrauch leiden. Er lernt mehr über ihre Geschichte, die therapeutische Arbeit und ihre Zukunft. Gertraud Evers gelingt es schließlich erstaunlich gut, einen mehrjährigen Prozess auf etwa dreißig Seiten zusammenzufassen – auch wenn dabei einiges unklar oder unerwähnt bleibt. Ihre Geschichten sind daher zwangsläufig eher eine literarische Kunstform denn ein getreues Abbild der Wirklichkeit.
Das Fazit: Gertraud Evers’ Buch zeigt nachdrücklich, wie heilsam es ist, das Schweigen zu brechen. Vorausgesetzt der betreuende Therapeut weiß gut zu begleiten. Und man lernt bei Evers unter Umständen nicht nur etwas über Psychoanalyse, Therapeuten und Klienten – sondern dank kleiner, feiner Selbsterfahrungsmomente womöglich auch über sich selbst.
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