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Goethe, Weimar und der ganze Rest

Anfang der 1980er Jahre etablierte »Trivial Pursuit« das Wissensquiz als Brettspielgenre. Kenntnis wird belohnt, Nichtwissende lernen spielerisch dazu, meist ist Allgemeinwissen gefragt, haben Sport- wie Kulturmuffel eine Chance. Beim »Weimar-Spiel« hingegen hilft solides Grundwissen über die Deutsche Klassik, intime Kenntnis ihres herausragenden Vertreters Johann Wolfgang von Goethe schadet nicht. Wer mit Weimar, Hauptstadt des Zwergfürstentums Sachsen-Weimar- Eisenach und Goethes Wirkungsstätte ab 1775, auch sonst noch vertraut ist, ist im Vorteil.

Würfelnd bewegen sich zwei bis sechs Spieler über das schön gestaltete Brett, beantworten Fragen frei oder durch Auswahl aus vorgegebenen Möglichkeiten, unterliegen gelegentlich dem Spruch von Ereigniskarten. Eine nette Idee: Gerät man auf ein schon besetztes Feld, kommt es zum Duell per Fragekarte. Gibt der Neuankömmling die richtige Antwort, darf er selbst weiter vorrücken, ansonsten der Gegner.

Die Aufgaben haben es in sich. Man mag noch parat haben, dass Goethe seinen antiken Kollegen Homer verehrte, doch warum unternahm er nie eine "Griechische Reise"? Die Lösung: damals zu beschwerlich. Interessant sind auch weitere Erläuterungen zu den Antworten, hier etwa, dass Griechenland im 18. Jahrhundert zum Osmanischen Reich gehörte, Athen ein Dorf war.

Manches scheint mitunter allzu speziell. Dass der Schöpfer des Weimarer Goethe-Schiller- Denkmals zum Ehrenbürger ernannt wurde und nicht zum Leiter der Kunstschule – trägt diese Information zum Verständnis der Klassik bei? Irritierend auch, dass mitunter zwei oder gar alle drei Antworten richtig sind. Alles in allem aber ein unterhaltsames und lehrreiches Spiel, an das sich auch Kulturmuffel wagen dürfen, denn Würfel sind Würfel, und das Glück ist nicht immer mit den Wissenden.
  • Quellen
epoc 04/2008

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