Medizin: Keuchhustenimpfstoff für Neugeborene
Impfschutz vor Keuchhusten ist heute Standard, allerdings erst nach den ersten zwei Lebensmonaten. Für noch jüngere Babys ist der Impfstoff nicht geeignet. Hinzu kommt: Die Schutzwirkung ist erst nach einigen Monaten voll ausgeprägt. Dabei sind gerade Säuglinge besonders gefährdet: Über 70 Prozent der durch Keuchhusten verursachten Todesfälle treten bis zum 5. Lebensmonat ein.
Am Institut Pasteur im französischen Lille haben Forscher, deren Vorhaben von der EU mit 5 Millionen Euro gefördert wurde, nun einen möglichen Ausweg gefunden – zumindest wenn die anstehenden klinischen Tests halten, was sie versprechen. Sie veränderten das Bakterium Bordetella pertussis, das den Keuchhusten auslöst, genetisch so, dass es eine schützende Immunreaktion auslöst. Anders als der gängige Totimpfstoff, der keine lebenden Bakterien mehr enthält, sondern lediglich einzelne ihrer Zellbestandteile, wird bei dem neuen Ansatz das gesamte Bakterium verabreicht. Die Mikrobiologin Camille Locht berichtet darüber hinaus: "Die schöne Überraschung war, dass wir nicht nur keine Nebenwirkungen feststellen konnten, sondern ganz im Gegenteil, dass es ebenso vor einer durch Grippe hervorgerufenen Lungenentzündung schützt."
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