Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Technik: Das größte Auge der Welt

Von den Jupitermonden im ­Sonnensystem bis zu den ersten Sternen des Universums – das Extremely Large Telescope wird den Kosmos in noch nie da ­gewesenem Detail zeigen.
Kinderstube von Sternsystemen

Seit Galileo Galilei zu Beginn des 17. Jahrhunderts sein nur wenige Zentimeter breites Teleskop in den Nachthimmel richtete, ermöglichen immer präzisere und ausgeklügeltere Systeme zunehmend tiefe Blicke ins Universum. Anfang des 20. Jahrhunderts lieferten Beobachtungen mit dem 2,5-Meter-Teleskop am Mount Wilson Observatory die Entfernung zahlreicher Galaxien. Seitdem war klar, dass sich der Kosmos ausdehnt. In den späten 1950er Jahren half das 5-Meter-Teleskop am Mount ­Palomar bei der Entdeckung von Quasaren, jenen aktiven galaktischen Kernen, die beinahe punktförmig erscheinen und uns mit ihrer immensen Leuchtkraft die Weiten des beobachtbaren Alls erkunden lassen. Das in Chile erbaute Very Large Telescope (VLT) lieferte dank seiner 8,2 Meter großen Spiegel 2004 das erste Bild eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Das sind nur wenige Beispiele für die weit reichenden Ergebnisse der beobachtenden Astronomie. Jede neue Generation von Teleskopen hat unsere Auffassung des Universums verändert. Deshalb hat die Europäische Südsternwarte (ESO) vor zwei Jahrzehnten mit der Planung des größten optischen Teleskops der Geschichte begonnen: des Extremely Large Telescope, kurz ELT …

Erratum

Leider hat sich ein Fehler eingeschlichen: Natürlich kann man die Feinstrukturkonstante bisher nicht bis zur zehnmillionsten Nachkommastelle bestimmen, sondern mit einer Präzision von eins zu zehn Millionen.

Kennen Sie schon …

Sterne und Weltraum – Explosion in Andromeda – Die Supernova von 1885

Die Supernova S Andromedae, die sich außerhalb unserer Galaxis in einer Entfernung von rund 2,5 Millionen Lichtjahren in der Andromedagalaxie ereignete, wurde von dem Astronomen Ernst Hartwig schon im Jahr 1885 entdeckt. Er schrieb damit Astronomiegeschichte. Heute setzen Instrumente wie das neue 4MOST Maßstäbe für die Forschung. Es kann mehr als 2000 Objekte am Himmel gleichzeitig ins Visier nehmen – Sternbeobachtung von den Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Darüber hinaus: Schwarze Löcher, die nach dem Verschlingen eines Sterns nach einiger Zeit im Radiobereich wieder aufleuchten, die Geburt eines weißen Zwerges durch eine Sternkollision sowie unser Praxistipp zur Beobachtung des Südhimmels mit Remote-Teleskopen von zu Hause aus.

Spektrum Kompakt – Astrofotografie

Sternenklare Nächte bieten einen atemberaubenden Blick ins All. Leider können Handykameras diese Schönheit nicht aufnehmen – oder doch? Mit ein paar Tricks gelingen auch mit dem Smartphone eindrucksvolle Himmelsaufnahmen. Alternativ kann man sich eine Ministernwarte in den eigenen Garten bauen.

Spektrum - Die Woche – Gibt es Gott, Heino Falcke?

Gibt es Gott? Der Astrophysiker Heino Falcke sagt ja – und erklärt im Interview, warum Naturgesetze für ihn »Schöpfungsworte« sind. Außerdem: Vogelgrippe bei Katzen, die erste namentlich bekannte Autorin der Weltgeschichte und die Suche nach dem Wrack von MH370. Das und mehr in »Die Woche«.

  • Quellen

ESO:The science case for the ESO: European Extremely Large Telescope: The next step in mankind’s quest for the universe, 2010

ESO:The E-ELT construction proposal, 2011

Ramsay, S. et al.: The ESO Extremely Large Telescope instrumentation programme. Advances in Optical Astronomical Instrumentation 2019, 2020

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.