Beobachtungstipps für Amateurastronomen: Die Highlights der ersten Märzhälfte – Jupiter und Kugelsternhaufen
Der Mond nimmt nach dem letzten spektakulären Neumond am 26. Februar mit ringförmiger Sonnenfinsternis über Südamerika und dem südlichen Afrika wieder zu, und am 12. März ist Vollmond. Der Mond wandert danach ein wenig weiter und trifft zwei Tage später auf den riesigen Gasplaneten Jupiter.
Wegen des hellen Lichts des Mondes müssen wir uns erneut auf die leuchtkräftigeren Objekte am Nachthimmel konzentrieren. Am besten beobachtet man Anfang März die Himmelsobjekte in der zweiten Nachthälfte, wenn der Mond schon untergegangen ist. Zu dieser Zeit haben die Wintersternbilder wie Orion und Stier auch schon den Horizont passiert, und die Sternbilder des Frühlingshimmels stehen hoch im Süden.
Für Beobachter mit einem kleinen Teleskop oder Fernglas bieten sich einige offene Sternhaufen an. Allen voran die Krippe oder Messier 44 im Sternbild Krebs, sie wird auch Bienenstock oder Praesepe genannt. Dieser offene Sternhaufen ist in dunklen, mondlosen Nächten mitten im Krebs schon mit dem bloßen Auge zu sehen. Der Krebs ist ein relativ unscheinbares Sternbild mit schwach leuchtenden Hauptsternen. Er befindet sich zwischen den Sternbildern Löwe und Zwillinge und gehört zu den ersten nach dem Winter sichtbaren Frühlingssternbildern. Je niedriger Sie die Vergrößerung wählen, desto schöner ist der Anblick der Krippe. Bei höheren Vergrößerungen zerfasert der offene Haufen in ein eher unspektakuläres Sternenfeld.
Messier 3 ist ein kleiner Kugelsternhaufen. Er liegt zwischen den Sternbildern Haar der Berenike und dem Bärenhüter und lässt sich relativ einfach aufsuchen. Der Kugelsternhaufen bildet zusammen mit dem Sternen Arktur und Rho Bootis ein gleichseitiges Dreieck. Im Fernglas zeigt er sich als ein kleines, kompaktes Wölkchen. In einem Teleskop verträgt Messier 3 auch höhere Vergrößerungen und lässt sich in Einzelsterne auflösen.
Messier 53 ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen. Er erscheint im Teleskop etwas kleiner als Messier 3, seine Sterne sind jedoch mehr zur Mitte hin konzentriert. Man findet ihn nördlich von Vindemiatrix, nach Spika der zweithellste Stern im Sternbild Jungfrau; er zeigt sich direkt neben dem Stern Diadem, dem Hauptstern des Haars der Berenike.
Komet 45P Honda-Mrkos-Pajdušáková ist weiterhin am Himmel zu sehen. Er zieht seine Bahn im Sternbild Löwe. Mit einer Helligkeit von rund 9,4 mag ist er noch gut in einem kleinen Teleskop zu sehen. Seine Helligkeit sinkt allerdings rapide, während er sich von der Erde entfernt. Mitte März beträgt seine Helligkeit laut Vorhersage nur noch 11 mag. Der Komet befindet sich am Himmel über dem Rücken des Löwen, in der Nähe des Sterns Zosma.
Ab der zweiten Nachthälfte ist Jupiter nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel. Er lässt sich ohne Schwierigkeiten auch bei Vollmond beobachten und ist immer einen Blick wert. Dieser Planet unterscheidet sich sehr von unserer Erde, die zu den Gesteinsplaneten gehört. Als Gasriese hat Jupiter keine feste Oberfläche, auf der man landen könnte. Dazu dreht er sich extrem schnell, denn ein Jupitertag dauert nur etwa zehn Stunden. Durch diese beiden Eigenschaften wird der Planet von Fliehkräften so stark verformt, dass man seine Abplattung sogar gut im Teleskop sehen kann. Das kleine Planetenscheibchen erscheint nämlich nicht rund, wie es zu erwarten wäre, sondern oval.
Durch die schnelle Rotation gibt es auch extrem starke Winde in der Jupiteratmosphäre. Diese bilden Wolkenbänder und riesige Wirbelstürme, die man ebenfalls im Teleskop sehen kann. Schon in kleinen Fernrohren erscheinen das Nördliche und das Südliche Äquatorialband wie dunkle Ralleystreifen auf dem Planeten. Auch der größte Wirbelsturm des Sonnensystems, der Große Rote Fleck, zeigt sich bereits in einfachen Instrumenten. In einem guten Fernglas offenbart der König der Planeten seine vier größten Monde: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie heißen auch Galileische Monde, da sie bereits im Jahr 1610 vom italienischen Astronomen Galileo Galilei mit einem sehr einfachen Fernrohr entdeckt wurden. Jupiter wirkt fast wie ein kleines Miniatur-Sonnensystem. Der Riesenplanet befindet sich zurzeit im Sternbild Jungfrau, nur wenige Grad über dem hellen Hauptstern Spika.
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