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Archäologie: Nicht nur für Könige

Forscher an der Universität Chicago fanden nun erstmals ein Beispiel dafür, dass im Persischen Reich, das unter dem Königsgeschlecht der Achämeniden von etwa 550 bis 330 v. Chr. existierte, die Landessprache auch in der Verwaltung verwendet wurde. Bisher kannte man sie nur von Inschriften, die auf Palästen und Felswänden der Verherrlichung des Herrschers sowie religiösen Zwecken dienten, oder von Hoheitszeichen auf königlichen Gerätschaften. Administrative Dokumente und alltägliche Schriftstücke waren dagegen in Sprachen wie Babylonisch, Aramäisch und Elamitisch abgefasst, die im Orient schon vor dem Aufstieg des Perserreichs im sechsten vorchristlichen Jahrhundert gesprochen wurden. Dadurch hatten sie eine weit größere Verbreitung als das Altpersische, das mit dem indischen Sanskrit verwandt ist.

Auch die Zehntausende von Tontäfelchen und -fragmenten, die einst bei Ausgrabungen im königlichen Palast in Persepolis im Südosten des heutigen Iran zu Tage kamen und seit 1937 beim Oriental Institute der Universität Chicago übersetzt und ausgewertet werden, schienen nur Keilschrifttexte in solchen "Fremdsprachen" zu enthalten. Nun aber stießen die Forscher bei der Entschlüsselung eines Bruchstücks überraschend auf eine Notiz in Altpersisch. Darin geht es um die Bezahlung bisher noch nicht identifizierter Handelsware aus fünf Dörfern in der Nähe von Persepolis.

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