Planetenforschung: Das nordpolare Hexagon des Saturn

Der US-Raumsonde Cassini gelang eine interessante Bildsequenz des nordpolaren Hexagons auf Saturn, die deutlich die Bewegungen der Wolken innerhalb dieser langlebigen Struktur zeigt. Es lassen sich die Rotation des zentralen polaren Wirbels und diverse kleinere Sturmwirbel ausmachen, die sich rasch bewegen, während das Sechseck seine Form und Größe kaum ändert.

Das Hexagon wurde schon im Jahr 1980 durch die Raumsonde Voyager 1 beim Vorbeiflug entdeckt und ist bis heute aktiv. Atmosphärenphysiker gehen davon aus, dass es auf eine stehende Welle in der Saturngashülle zurückgeht. Sie konnten aber bislang keine völlig befriedigende Theorie über seine Entstehung und Langlebigkeit aufstellen. Eine derartige Struktur existiert nur auf der Nordhalbkugel des Saturn, am Südpol gibt es kein Gegenstück. Auch die anderen Gasplaneten des Sonnensystems haben nichts Vergleichbares zu bieten.

Bei Untersuchungen im nahen Infraroten stellten die Planetenforscher der NASA fest, dass sich im Inneren des Hexagons weniger große Dunstpartikel in der Hochatmosphäre als sonst auf Saturn befinden, während die Menge an feinen Partikeln erhöht ist. Genau das Gegenteil wird in den weiter südlichen Breiten des Planeten beobachtet. Offenbar wirken die starken Winde am Rand des Hexagons wie eine Barriere und behindern den Austausch mit der restlichen Gashülle. Die größeren Dunstpartikel entstehen durch die Bestrahlung der Hochatmosphäre mit Sonnenlicht, das erst seit etwa vier Jahren den Nordpol erreicht. Möglicherweise werden sich im Lauf der nächsten Jahre mehr große Dunstpartikel bilden; die Forscher der NASA hoffen, dass Cassini noch bis September 2017 den Ringplaneten beobachten wird.
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