Lexikon der Biologie: Birnbaum
Birnbaum [über althochdeutsch pira, bira von vulgärlatein. pira = Kultur-Birne, ursprünglich Plural von latein. pirum = Birne], Pyrus, Pirus, Gattung der Rosengewächse, deren ca. 25 Arten durchweg Bäume sind. Der Birnbaum war ursprünglich in gemäßigten Gebieten Eurasiens und Nordafrikas verbreitet, kommt heute aber weltweit vor. Seine Blätter sind wechselständig, die meist weißen Blüten in Doldenrispen zusammengefaßt. Die Staubblätter besitzen purpurne Beutel; die Griffel sind an der Basis (im Gegensatz zum Apfelbaum) nicht miteinander verwachsen. Die Kultur-Birne blüht nach dem Kirschbaum (Prunus) und früher als der Apfelbaum. Die Fruchtform ist eine Apfelfrucht; das Kerngehäuse entspricht einer Sammelbalgfrucht, die von einem fleischig gewordenen Blütenbecher und dem unteren Teil der Kelchblätter umwachsen wird ( vgl. Abb. ). Das Fruchtfleisch besitzt im Bereich des Kerngehäuses häufig Steinzellen. Der Birnbaum ist ein Tiefwurzler und wächst bevorzugt auf warmen, mäßig feuchten und tiefgründigen Ton-Lehmböden. Die bedornte Wild-Birne oder Holz-Birne (Pyrus pyraster Burgsd.; vgl. Abb. ) kommt selten in Wäldern Westasiens und Mitteleuropas vor. Sie besitzt kleine kugelige und gerbstoffreiche Früchte und ist – gemeinsam mit den hauptsächlich südeuropäisch-kleinasiatisch verbreiteten Arten Pyrus nivalis Jacq. und Pyrus spinosa Forssk. – wohl der wichtigste der zahlreichen Vorfahren der als Sammelart angesehenen Kultur-Birne (Pyrus communis L., Pyrus domestica Medik., Kulturpflanzen VII). Die Früchte wilder Birnbaumarten wurden seit dem jüngeren Neolithikum gesammelt. Die aus Persien stammende Kultur-Birne gelangte über die Türkei und Griechenland nach Italien, wo sie seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. bekannt ist. In Mitteldeutschland wurden im 16. Jahrhundert ca. 50 Birnensorten angebaut; heute kennt man mehr als tausend Züchtungen dieses Edelobstes. Die Vermehrung erfolgt durch Pfropfen, wobei als Unterlage Quitte und chinesische Pyrus-Arten verwendet werden. Der Nährwert der Birne (Inhaltsstoffe vgl. Tab. ) gleicht dem des Apfels; sie enthält aber weniger Säure, viel mehr Zucker und ist schlechter lagerungsfähig als dieser. Der Großteil der Ernte wird roh gegessen. Die Verarbeitung erfolgt zu Saft, Obstwein, Naßkonserven, Marmelade und Dörrobst. Die Jahresweltproduktion betrug 1994 mit über 11 Millionen Tonnen ca. ein Viertel der Weltapfelernte ( vgl. Tab. ). In China und Japan, neuerdings u. a. auch in Europa, wird die Asiatische Birne (Pyrus pyrifolia [Burm. f.] Nakai, "Nashi") angebaut, deren meist apfelförmige Früchte einen ananas- bis melonenartigen Geschmack besitzen. – Birnbaumholz ist weiß bis rötlichbraun, schwer spaltbar, dicht, hart und dauerhaft. Es ist gut polierbar und wird unter anderem in der Möbelindustrie als Furnier oder massiv verarbeitet; gebeizt dient es als Ersatz für Ebenholz. Die Borke des Birnbaums ist in kleine Felder zerklüftet, die charakteristisch in schräg aufwärts verlaufenden Reihen angeordnet sind. Bedeutende Schädlinge der Kultur-Birne sind der Birnenknospen-Stecher (Anthonomus piri), der Birnen-Prachtkäfer(Agrilus sinuatus), die Birnensägewespe (Hoplocampa brevis), die Birnen-Gallmücke(Contarinia pirivora), die Birnen-Gespinstblattwespe (Neurotoma flaviventris) sowie verschiedene Arten des Birnenblattsaugers (z. B. Psylla piri, Psylla piricola;Psyllina). Ballaststoffe, Fruchtsäuren (Tab.), Obst; Schädlinge.
Y.S./A.Se.
| |||
Wasser: 84,3 g | Vitamin A: 5 μg | Natrium: 2 mg | |
Protein: 0,5 g | Vitamin B1: 35 μg | Kalium: 125 mg | |
Fett: 0,3 g | Vitamin B2: 40 μg | Magnesium: 8 mg | |
Kohlenhydrate: 12,4 g | Vitamin B6: 15 μg | Calcium: 10 mg | |
Ballaststoffe: 2,8 g | Folsäure: 14 μg | Phosphor: 15 mg | |
organische Säuren: 0,3 g | Vitamin C: 5 mg | Eisen: 260 μg |
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.