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Bewegung: Neurone auf Trab

Wer Sport treibt, hält auch seine grauen Zellen fit. Das gilt vor allem für jene Hirnregionen, die für das Lernen und ­Erinnern wichtig sind.
Buchcover Suzuki quer

Unser Wissen über die Auswirkungen von Trainings auf das Gehirn hat ­seine Ursprünge in der Forschung, welche die Neuroanatomin Marian Diamond schon in den 1960er Jahren durchgeführt hatte. In diesen frühen Studien zeigten sich alle möglichen Veränderungen im Gehirn, wenn Ratten in Enriched Environments leben: Sie entwickelten einen dickeren Kortex durch die umfangreichere Verzweigung der Dendriten, bildeten mehr Blutgefäße und höhere Spiegel bestimmter Neurotransmitter wie Acetylcholin und anderer Wachstumsfaktoren wie BDNF (brain-­derived neurotrophic factor).

Acetylcholin war der erste Neurotransmitter, den man fand, und die Hirnzellen, die diesen Neurotransmitter einsetzen, verbinden sich mit Regionen über den gesamten Kortex sowie den Hippocampus und die Amygdala. Acetylcholin ist ein wichtiger Modulator für Lernen und Gedächtnis. Verabreicht man Tieren oder Menschen Wirkstoffe, die die Wirkung des Acetylcholins stören, treten bei beiden Beeinträchtigungen des Gedächtnisses auf.

BDNF ist ein Wachstumsfaktor im Gehirn, der das Überleben und das Wachstum von Nervenzellen während der Hirnentwicklung fördert sowie die synaptische Plastizität und das Lernen im Erwachsenenalter unterstützt. Und nicht nur das: Über eine wirklich aufregende Erkenntnis wurde in den 1990ern berichtet, als Forscher in Kalifornien zeigten, dass im Gehirn von in einem Enriched Environment gehaltenen Ratten mehr neue Nervenzellen entstanden. Dieser Vorgang wird als "Neurogenese" bezeichnet. ...

TEDxOrlando: »Exercise and the Brain«
Vortrag von Wendy Suzuki über die Effekte von Bewegung auf das Gehirn

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  • Quelle

Dieser Artikel ist ein gekürzter Auszug aus "Fittes Gehirn, erfülltes Leben: Mit neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften" von Wendy Suzuki. Das Buch erscheint am 21. Dezember 2015 bei Goldmann.

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